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Brücke ''Ponte del Diavolo''

Die Teufelsbrücke ist eines der Symbole von Cividale del Friuli. Sie spannt sich kühn über den Fluss Natisone und ist Gegenstand einer unglaublichen Legende. Die beiden Seiten des Ufers waren, zumindest ab dem XIII. Jahrhundert, durch einen hölzernen Übergang miteinander verbunden. Dieser wurde, nach einigen anderweitigen vergeblichen Versuchen, durch die von lacopo Dugaro aus Bissone entworfene steinerne Brücke ersetzt, mit deren Bau im Jahr 1442 begonnen wurde.Die Arbeiten waren Behinderungen verschiedener Art ausgesetzt und schritten nur langsam voran. So standen sie fünf Jahre später unter der Leitung von Erardo (oder Everardo) da Villaco, einem ehemaligen Mitarbeiter Darugos.

Letzterer war möglicherweise zwischenzeitlich an der Pest gestorben, oder aber er hatte sich, anderen Überlieferungen zufolge, aus dem Staube gemacht, ohne seinen vertraglichen Verpflichtungen vollständig nachgekommen zu sein. Der Baumeister Erardo verstarb, und so führte Bartolomeo delle Cisterne den Bau der so lang ersehnten Brücke zu Ende. Aufgrund einer notariellen Urkunde wissen wir, dass sie 1501 und später noch einmal 1558 gepflastert wurde. Die Endpunkte waren durch Türme, die später (Mitte des XIX. Jahrhunderts) abgerissen wurden, gesichert. Später waren einige Male Restaurierungsarbeiten notwendig, um den unentbehrlichen Übergang, der die heftigen Hochwasser des Flusses auszuhalten hatte, in voller Tauglichkeit zu erhalten. Im Jahr 1843 wurden bei Verstärkungsarbeiten am mittleren Pfeiler zwei bedeutende Säulenstümpfe aus der zeit der Römer entdeckt, die heute im Museum besichtigt werden können. Am 27. Oktober 1917 erlitt das Jahrhundertwerk einen schweren Schicksalsschlag, als es aufgrund der Niederlage von Caporetto in die Luft gesprengt wurde, um den herannahenden Feind aufzuhalten. Die Zerstörung erwies sich allerdings als gänzlich unnütz, denn die kaiserlichen Truppen überschritten trotz allem noch am gleichen Abend den Fluss. Die Brücke wurde daraufhin in Rekordzeit von den Deutschen unter der Hinzuziehung lokaler Fachkräfte wieder neu errichtet. Dank der präzisen Vermessungsarbeiten, die der einheimische Ingenieur Ernesto de Paciani einige Jahre zuvor durchgeführt hatte, konnte die originale Struktur dabei vollständig berücksichtigt werden. Die Fahrbahn wurde bei diesem Neuaufbau um einige Meter verbreitert.

Und schon am 18. Mai 1918 konnte die neue Brücke feierlich eingeweiht werden. Ihr war allerdings ein kurzes Leben vorhergesagt, denn am 29. April 1945 versuchten die Deutschen, sie in die Luft zu sprengen. Dieses Mal allerdings hielt sich der Schaden in Grenzen.so blieb sie denn in ihrer ursprünglichen Linienführung unverändert – nur die Geländer und die eisernen Verbindungsstreben mussten einer neuen Brüstung weichen. Diese ist vielleicht ästhetisch nicht besonders ansprechend, aber sie widersteht den heftigen Windstößen, denen die Brücke im Winter ausgesetzt ist. Vor kurzem wurden die Felswände, auf die die beiden ungleichen Bögen (22 m und 18m, bei einer Höhe von 22,5 m) gehen, verstärkt. Das Fundament des mittleren Pfeilers ruht auf einem natürlichen Felsen, der sich ziemlich in der Mitte des Flussbettes befindet. Die volkstümliche Phantasie brachte den Bau dieses Werkes mit übernatürlichen Kräften in Zusammenhang. So entstand die in zahlreichen Varianten existierende Legende vom Teufel, der den Bau der Brücke tatkräftig unterstützt haben soll und dafür die erste Seele, die die Brücke überquerte, für sich beanspruchte. Um den Bau innerhalb einer einzigen Nacht möglich zu machen, griff sogar die Mutter des Leibhaftigen ein und schaffte in ihrer Schürze den mächtigen mittleren Pfeiler heran. Die Einwohner von Cividale schlugen dem Teufel allerdings ein Schnippchen und ließen als erste Seele ein Tier, je nach Version einen Hund oder eine Katze, die neue Brücke überqueren. Angesichts dieses herausragenden Werkes konnte natürlich auch die Kunst nicht unberührt bleiben: Dichter haben ihr seitenlange, gewaltige Poesien gewidmet; große Maler haben sie in ihren Werken auf Leinwand verewigt, mit Formen und Farben, die sich in den Grenzbereichen zu einer Einheit verbinden, mit der Transparenz des Gewässers “ähnlich dem türkisfarbenen Himmel, der ins umherschweifende Grün hinabneigt “ wie es D'Annunzio beschreibt. Eine kurze Rast am Ende der Brücke, am linksseitigen Ufer, bietet ein großartiges Schauspiel. Von hier aus kann das Auge über die Stadt schweifen, darüber hinaus bietet dieser Standpunkt eine gute Gelegenheit zu einigen Fotos. Eine ziemlich steile Treppe führt von hier, rechts am Ende der Brüstung, hinab zum kiesigen Flussbett. Von unten wirken die beiden Bögen noch mächtiger, und der Gedanke schweift zum Schöpfer dieser genialen Konstruktion aus dem XV. Jahrhundert, die auch noch aus der Entfernung von einigen Jahrhunderten im Bewunderer des neuen Jahrtausends großes Erstaunen hervorruft. Wer sich nicht für den Abstieg entscheiden kann, kann trotzdem von dem ohne Mühe zu erreichenden, neu angelegten Aussichtspunkt hinter der nahe gelegenen Kirche S. Martino ein einzigartiges Panorama genießen. Von hier aus geht der Blick über das farbige Häusermeer, unterbrochen durch die ewig neu ins Auge fallenden Laubengänge und Balkons, inmitten der Glockentürme und eingerahmt im Hintergrund von den ersten Ausläufern der Berge, aus denen der Matajur (1641 m) und der Monte Nero (2245 m) hervorheben. Im Westen ziehen sich die riesigen Bögen der neuen Brücke über den Fluss – sie verbindet seit 1988 mit ihrer futuristischen Struktur die beiden Ufer.

Texte aus dem Führer Guida Storico Artistica von Claudio Mattaloni.


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